Projekt „Kunst.Stoff –Wertstoffe zu Kunstwerken!“

Projekt „Kunst.Stoff –Wertstoffe zu Kunstwerken!“

Projektbeschreibung

Im Quartierszentrum Berchen-Öhmdwiesen wird eine offene Kunst-Werkstatt eingerichtet, in der die Quartiersbevölkerung aus Wertstoffen und Recyclingmaterial über einen längeren Zeitraum hinweg Kunst schafft und gestaltet. Rest- und Gebrauchtmaterialien aus den Haushalten im Quartier werden gesammelt, als nachhaltige Ressourcen erschlossen und die kreative Auseinandersetzung mit Wieder- und Weiterver- wendungsstrategien gefördert. Zu Abfall deklarierte Materialien werden damit einer kreativen Weiterverwendung zugeführt und zu Kunstwerken, Designobjekten, Bildern, Installationen und Dekorationen verarbeitet.

Projektleitung

Türel Süt ist freischaffender Künstler. Er kommt ursprünglich aus der Türkei, die letzten Jahre lebte er mit seiner Familie in Hastings (Südengland), wo er mit dieser Art von Projekten bereits sehr erfolgreich war. Seit einigen Monaten wohnt er mit seiner Familie in Konstanz. Anfang des Jahres kam er mit dieser Projektidee auf das Quartierszentrum zu, die wir gerne umsetzen wollen.

Nähere Infos finden sich auf seiner Homepage: www.turelsut.com.

Ein Beispiel seiner Arbeit mit blinden Menschen in Freiburg im April 2011 finden sich bei youtube:

Ein Beispiel seiner Arbeit in Hastings, England findet sich ebenfalls bei youtube:

Projektziele

Kulturentwicklung und Kreativitätsförderung

In Zeiten rückläufiger öffentlicher Finanzmittel für Kultur steigt der Bedarf an alternativen Ressourcen. Die Werkstatt bietet ein breites Spektrum und verschiedene Materialien, deren Bestand permanent wechselt – je nach dem was die Kursteilnehmer_innen verarbeiten wollen, und an welches Material wir günstig kommen.

Für die fachgerechte Verarbeitung der Materialien machen wir uns bei Bedarf auf die Suche nach Kooperationspartner_innen mit offenen Werkstätten und Arbeitsräumen, um diese temporär zu nutzen (z.B. Kikuz, Jugendtreff Berchen). Im Sommer sind auch „Freiluft-Ateliers“ im Rahmen von Events oder Ferienprogrammen geplant (z.B. bei“Berchen-Öhmdwiesen in Bewegung“ 2011).

1Ökologische und ästhetische Bildung

Auf der Basis gemachter Erfahrungen und in Zusammenarbeit mit anderen kulturellen und sozialen Einrichtungen sind perspektivisch neben der Werkstatt im Quartierszentrum auch Workshops für unterschiedliche Zielgruppen mit thematischen Schwerpunkten vorstellbar. Die Auseinandersetzung mit künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, z.B. auch durch den gemeinsamen Besuch von Ausstellungen, sowie die Reflexion von Konsumverhalten und Ressourcenknappheit sind weitere Bildungs- und Entwicklungsziele des Projekts.

Integration und Teilhabe

Menschen aus dem Quartier kommen zusammen im gemeinsamen Interesse, künstlerisch und kreativ tätig zu sein – ihr unterschiedlicher Bildungshintergrund, ihre kulturelle Herkunft und ihre sprachlichen Kompetenzen sind weder Voraussetzung noch Hinderungsgrund. Vielfalt ist willkommen und als soziale Realität selbstverständlich. Das Thema Integration wird nicht problematisiert, sondern Teilhabe über Milieu- und Kulturgrenzen, sowie körperliche Einschränkungen hinweg ermöglicht.

Entwicklung sozialer Netzwerke, Erfahrung von Selbstwirksamkeit

Durch das gemeinsame Arbeiten entstehen zwanglose Kontakte zwischen Menschen verschiedener Herkunftsfamilien und Lebenswelten, der Austausch zu alltagsrelevanten Themen wird ermöglicht, Freundschaften und lebendige Nachbarschaften können entstehen, ohne dass jemand dazu explizit aufgefordert wird. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, sozialer Anerkennung und Kreativität wird gestillt, künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten jenseits von Sprache werden geschaffen. Das fördert die Selbstachtung einzelner, auch ausgegrenzter Gruppen durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit in sozialen Kooperationszusammenhängen.

Die gemeinsame Organisation von (internationalen) Ausstellungen und öffentlichen Events, sowie die mediale Präsenz und Darstellung im Internet (Facebook, youtube) sind dabei motivierende Ziele und Möglichkeiten positiver Selbstdarstellung.

Rein ins Quartier – Raus aus dem Quartier

Das Quartier Berchen-Öhmdwiesen hat in Konstanz vielerorts keinen guten Ruf, worunter insbesondere die Bewohner_innen leiden. Die Aussen- und Innenperspektive bezogen auf die Lebensqualität im Quartier liegen dabei weit auseinander. Das immer wieder geäußerte schlechte Image basiert größtenteils auf lange zurückliegende soziale Probleme, nicht auf aktuellen Fakten. Aus Perspektive der Bewohner_innen ist der schlechte Ruf nicht gerechtfertigt.

Das Projekt möchte einen Beitrag dazu leisten, das Quartier auch in die Gesamtstadt hinein zu öffnen, einmal indem z.B. internationale Ausstellungen und Events auch in der Innenstadt ermöglicht werden, und zum anderen, indem Bürger_innen der Gesamtstadt, der Region, und aus dem internationalen Raum zu künstlerischen Anlässen den Weg ins Quartierfinden.

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